Ferlendis Konzert F-Dur
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Beschreibung
Dieses Heft enthält das Concerto in F-Dur für Englischhorn und Orchester, ein seltenes und besonders reizvolles Werk aus dem Umfeld des ausgehenden 18. Jahrhunderts. Vorliegend ist es als Fassung für Englischhorn und Klavier erhältlich; die Klavierreduktion stammt von Alessandro Bares, die Edition besorgte PierAngelo Pelucchi. Veröffentlicht wurde der Band bei Musedita in der Reihe „Alto legno“, einer dem Oboenrepertoire gewidmeten Sammlung.
Das Konzert wird Giuseppe Ferlendis (1755–1810) zugeschrieben und ist nicht nur musikalisch, sondern auch musikhistorisch hochinteressant. Im Vorwort wird betont, dass das Werk eine aussergewöhnlich genaue Kenntnis der technischen und klanglichen Möglichkeiten des Englischhorns erkennen lässt. Der Solopart ist anspruchsvoll, wirkungsvoll und ausdrucksstark gestaltet, mit einer Schreibweise, die das Instrument immer wieder ins beste Licht rückt. Auffällig sind die ungewöhnlich lange Einleitung des ersten Satzes, die kantable und zugleich virtuose Anlage sowie die stilistische Eigenständigkeit des Werks zwischen spätem Barock und Wiener Klassik.
Besonders spannend ist auch die editorische Einordnung: Die Autorschaft des Konzerts ist nicht vollständig gesichert, doch sprechen laut Vorwort zahlreiche musikalische und stilistische Merkmale deutlich für eine Verbindung zu Giuseppe Ferlendis oder seinem Sohn Alessandro. Gerade diese Mischung aus seltenem Repertoire, virtuoser Solostimme und spannender Quellenlage macht das Heft zu einer ausgesprochen lohnenden Entdeckung für alle, die das Englischhorn auch abseits des Standardrepertoires erleben möchten.
Biografisches zu Giuseppe Ferlendis:
Giuseppe Ferlendis wurde 1755 in Bergamo geboren und gehörte zu den bedeutendsten Oboisten seiner Zeit. Er war einer der ersten Musiker, die das Englischhorn als Soloinstrument einsetzten. Nach Konzertreisen durch mehrere große italienische Städte trat er 1777 in die Kapelle des Salzburger Erzbischofs Hieronymus Colloredo ein. Dort begegnete er Wolfgang Amadeus Mozart, mit dem ihn eine Freundschaft verband; Mozart widmete ihm sein berühmtes Oboenkonzert KV 314.
Ferlendis genoss hohes Ansehen und war als erster Oboist so geschätzt, dass er sogar ein höheres Gehalt als Mozart erhielt. Nach seiner Rückkehr nach Italien wirkte er unter anderem in Venedig an wichtigen Theatern wie San Samuele, San Benedetto und La Fenice. 1795 trat er in London zusammen mit Joseph Haydn auf. Haydn äusserte sich dabei ausdrücklich lobend über Ferlendis’ Spiel auf dem Englischhorn und hob dessen gefühlvolle, volle und artikulierte Klanggestaltung hervor. Später zog Ferlendis nach Lissabon, wo er zunächst in der königlichen Kapelle und danach an der Real Câmara tätig war. Er starb um die Mitte des Jahres 1810.
Spezifikationen
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- Giuseppe Ferlendis
- Konzert
- F-Dur
- Pierangelo Pelucchi
- Musedita
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- Englischhorn
- 1
- Orchester
- 1
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- Klavierauszug
- KA
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